Streitschlichter-OHZ

Streit unter Schülern ist normaler Alltag auf Deutschlands Pausenhöfen. Doch schnell kann aus einer kleinen verbalen Auseinandersetzung eine gewalttätige werden. Um dieses zu vermeiden, setzen immer mehr Schulen auf Streitschlichter aus den Reihen der Schüler.


In der Stadt Osterholz-Scharmbeck wurden in 2011 insgesamt 11 Schülerinnen und Schüler aus den 7. und 8. Klassen der Haupt- und Realschule und des Gymnasiums zu Streitschlichtern ausgebildet. Es sind Schüler verschiedener nationaler und familiärer Herkunft und alle sind stolz auf das Erlernte und vor allen Dingen auf ihre neue Rolle an der Schule.

 

Für die erfolgreich beendete Streitschlichterausbildung wurden am Freitag, dem

20.05.2011, die Zertifikate durch die Projektleiterin, Kirstin Döding, und die STÄRKEN vor Ort Koordinatorin, Karin Wilke, den Schülerinnen und Schüler im Stadtteilhaus „Haus der Kulturen Osterholz-Scharmbeck" ausgehändigt.

 

Für manche Jugendliche ist Gewalt das einzige Mittel, um Probleme zu lösen. Dieses tun sie nicht, weil sie Gewalt gut finden, sondern weil sie keine andere Möglichkeit zur Konfliktlösung sehen. Tatsächlich aber sind Jugendliche sehr wohl in der Lage, sich in Konflikten konstruktiv zu verhalten und ihre Probleme untereinander zu regeln.

 

Die Ausbildung der „Streitschlichter" setzt sich aus Inhalten des Offenbacher Trainingsprogramms und dem Schüler-Streitschlichter-Programm von

K. Jefferys zusammen und besteht aus den Bausteinen: Gruppenfindung, Auseinandersetzen mit dem Begriff „Konflikt", Konfliktanalyse, Kommunikation, Konsens, Mediation und Peer-Group Education.

 

Gelernt haben die Streitschlichter, dass ein Schlichtungsgespräch feste Regeln umfasst und in 5 Phasen verläuft: Schlichtung einleiten, Sachverhalt klären, Konflikt erhellen, Lösungen suchen und  Vereinbarungen treffen. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler wurden dazu befähigt, innerhalb der Peer Group (Streitschlichtergruppe) an der jeweiligen Schule häufiger und unkomplizierter miteinander ins Gespräch zu kommen und zur Konfliktschlichtung unter den Schülerinnen und Schüler beizutragen.

 

Die Bilanz der Ausbildung ist durchweg positiv: die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur gelernt ihre Vorurteile untereinander abzubauen, ihr Sozialverhalten zu ändern und neben den fünf Schritten der Streitschlichtung Techniken des aktiven Zuhörens und der Konfliktdeeskalation, sondern sie haben auch gelernt, Zivilcourage zu zeigen und in Situationen, in denen sie sich überfordert fühlen, Hilfe zu suchen.

 

Um die Akzeptanz an den verschiedenen Schulen zu vergrößern und die Beratungszeiten der Streitschlichter für jede Schülerin/jeden Schüler aufrufbar zu machen, haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler innerhalb des STÄRKEN vor Ort Projekts gemeinsam mit Henning Koch von 'HEKO-Webdesign und Programmierung' eine Website unter www.streitschlichter-ohz.de aufgestellt.

 

- siehe auch unter Links auf dieser Homepage -

 

Streitschlichtung  kann nur gelingen, wenn alle zusammenarbeiten. Lehrer und Schüler müssen an einem Strang ziehen, um Gewalt schon im Vorfeld zu unterbinden. Die Streitschlichterausbildung hat gute Voraussetzungen geschaffen, um Gruppen übergreifend ein Verantwortungsbewusstsein zu schaffen. Und durch den neuen Internetauftritt wird die Streitschlichtung an den Schulen nachhaltig verankert.

 

Finanziert wird das von der Stadt Osterholz-Scharmbeck ermöglichte „Streitschlichter-Projekt" durch das im Rahmen des Europäischen Sozial-Fonds (ESF) kofinanzierte Bundesprogramm STÄRKEN vor Ort.

gefördert durch:

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